Dia's Tierwelt

Welpe füttern: In den ersten Tagen entscheiden Sie am besten gar nichts

September 2026

Der Welpe ist seit gestern da. Auf dem Küchenboden steht eine Tüte vom Züchter, im Flur ein Sack, den Sie vorsorglich gekauft haben, auf dem Handy sind vier Tabs mit Testberichten offen, und irgendwo dazwischen steht die Frage, die eigentlich ganz einfach klingt: Was kommt jetzt in den Napf?

Die ehrliche Antwort ist unbequem, weil sie nach Nichtstun klingt: In den ersten Tagen entscheiden Sie am besten gar nichts.

Das ist keine Bequemlichkeit und keine rhetorische Figur. Es ist die Folge aus einer Eigenschaft, die einen Welpen von jedem anderen Hund unterscheidet: Der Fütterungsplan, den Sie heute festlegen, ist in acht Wochen falsch. Nicht weil er schlecht gemacht wäre, sondern weil der Hund darunter weiterwächst. Ein Welpe ist kein kleiner Hund. Er ist ein Hund, der sich unter dem Plan verändert, den Sie gerade schreiben.

Die ersten Tage nach dem Einzug: das Gleiche schlägt das Beste

Der Impuls nach der Ankunft ist bei fast allen Familien derselbe, und er kommt aus dem besten Motiv: Jetzt soll dieses Tier den optimalen Start bekommen. Also wird das beste Welpenfutter gekauft, das im Regal steht, dazu ein Öl, ein Pulver für die Gelenke, ein paar Kauartikel und eine Tüte Leckerlis, weil sie sowieso an der Kasse lagen.

Aus Sicht des Welpen ist das der nächste Umbruch in einer Woche, die ohnehin nur aus Umbrüchen besteht. Er hat auf einer einzigen Fahrt Mutter, Wurfgeschwister, Gerüche, Geräusche und jede vertraute Fläche verloren, auf der er bisher geschlafen hat. Fast alles, was ihn getragen hat, ist weg.

Der Napf ist eines der wenigen Dinge, die gleich bleiben können.

Die wichtigste Empfehlung dieses Artikels ist deshalb unspektakulär: Fragen Sie vor der Abholung, was gefüttert wurde, und besorgen Sie genau das. Sorte, Form, wie oft, wie viel, zu welchen Zeiten. Auch wenn Sie es langfristig nicht füttern wollen. Auch wenn Sie es für mittelmäßig halten. Ein paar Wochen mit einem bekannten Futter kosten Ihren Welpen nichts – ein perfektes Futter, das in der ersten Woche auf einen Darm trifft, der gerade komplett neu sortiert, kostet Sie eine Woche Durchfall und die Fähigkeit, irgendetwas davon zu deuten.

Dazu drei Dinge, die nichts kosten und viel bringen:

  • Feste Zeiten. Fressen, lösen, schlafen, spielen, jeden Tag in derselben Reihenfolge. Ein junges Nervensystem, das Wiederholung erkennt, kommt schneller zur Ruhe – und die Stubenreinheit läuft nebenbei mit, weil die Verdauung einem Rhythmus folgt.
  • Ein ruhiger Fressplatz, an dem niemand vorbeiläuft, keine Kinderhand hineinfasst und kein zweiter Hund vorbeischaut.
  • Nichts nebenher. Kein Dauerangebot an Kauartikeln, keine Reste, keine Leckerlis, die über den Tag verteilt „nur mal eben“ gegeben werden. Nicht aus Strenge: Wenn ständig etwas dazukommt, sagt weder ein voller Napf noch ein weicher Kot mehr irgendetwas aus, und Sie verlieren genau die Beobachtung, auf die es in diesen Wochen ankommt.

Wie oft muss ein Welpe am Tag fressen?

Das ist die eine Mengenfrage, die sich seriös allgemein beantworten lässt, weil sie keine Dosis ist, sondern ein Rhythmus.

Ein Welpe frisst öfter und kleiner als ein erwachsener Hund. Im typischen Abgabealter wird die Tagesration üblicherweise auf vier Mahlzeiten verteilt, später auf drei, und im Lauf des ersten Jahres wird daraus die Zwei-Mahlzeiten-Routine, die die meisten erwachsenen Hunde haben. Der Grund ist Größe und nicht Erziehung: Ein kleiner Magen fasst wenig, und ein junger Körper hat kaum Reserven, wenn zu lange nichts kommt.

Zwei Dinge sind dabei wichtiger als die genaue Zahl:

Übernehmen Sie zuerst den Rhythmus, den er kannte. Wenn beim Züchter viermal gefüttert wurde, wird bei Ihnen erst einmal viermal gefüttert – auch wenn das schlecht in Ihren Arbeitstag passt. Der Kalender kommt später dran als der Hund.

Der Übergang ist kein Datum. Von vier auf drei Mahlzeiten geht es, wenn Ihr Welpe anfängt, eine davon regelmäßig stehen zu lassen. Er sagt Ihnen das von selbst, und er sagt es zuverlässiger als jede Tabelle im Internet.

Was dagegen nicht aus einer Zahl abgelesen werden kann, ist die Menge pro Mahlzeit. Dazu weiter unten mehr – und zwar ehrlich, statt mit einer Tabelle, die für Ihren Hund nicht gemacht wurde.

Der Welpe frisst nicht im neuen Zuhause

Dass ein frisch eingezogener Welpe den ersten Napf stehen lässt, ist eine der häufigsten Fragen, die uns in den ersten Tagen erreichen. Und zunächst ist es eine nachvollziehbare Reaktion: Fressen setzt ein Mindestmaß an Entspannung voraus, und die ist am ersten Abend schlicht noch nicht da. Dazu kommt eine Umgebung, in der jedes Geräusch neu ist, und meist mehr Besuch, als dem Hund guttut.

Was hilft, ist wenig und unaufgeregt: anbieten, weggehen, nach etwa zwanzig Minuten kommentarlos wieder wegnehmen, zur nächsten regulären Mahlzeit erneut anbieten. Kein Zureden, kein Danebensitzen, keine neue Sorte als Trost. Vor allem: keine Kette aus Toppings. Wer beim zweiten stehen gelassenen Napf Quark, dann Hüttenkäse, dann Leberwurst darüber gibt, bringt seinem Welpen in drei Tagen etwas bei, das ihn Monate begleitet.

Wie sich aus so einer Kette ein dauerhaftes Muster aufbaut – und wie man es wieder auflöst, wenn es einmal steht –, ist ein eigenes Thema und steht in Hund frisst plötzlich nicht mehr. Hier geht es um den Welpen, der in diesem Haushalt noch gar nicht angefangen hat zu fressen – und das ist ein anderer Ausgangspunkt als ein erwachsener Hund, der plötzlich aufhört.

Die Grenze ist bei einem Welpen aber deutlich enger, und das ist der Punkt, an dem dieser Artikel nicht gelassen bleibt. Für einen gesunden erwachsenen Hund gilt als grobe Linie ein Zeitraum von etwa 24 bis 48 Stunden ohne Futter. Für einen Welpen gilt das ausdrücklich nicht: Er hat kaum Reserven und kann innerhalb weniger Stunden unterzuckern, und je jünger und kleiner er ist, desto schneller geht das.

Noch am selben Tag in die Tierarztpraxis gehört Ihr Welpe, wenn er

  • mehrere Mahlzeiten hintereinander gar nicht anrührt,
  • nicht mehr trinkt,
  • teilnahmslos, wackelig oder auffällig kühl wirkt,
  • erbricht oder Durchfall bekommt,
  • oder wenn er sehr jung beziehungsweise sehr klein ist und schon eine Mahlzeit ausfällt.

Eine Nacht „erst mal abwarten“ ist bei einem erwachsenen Hund oft vertretbar. Bei einem Welpen ist sie es nicht.

Der Welpe frisst nur, wenn ich dabei bin

Auch das ist in den ersten Tagen normal und noch kein Problem. Ein Hund, der eben noch im Rudel gefressen hat, findet Gesellschaft am Napf beruhigend, und viele Welpen fressen die ersten Portionen entspannter, wenn jemand im Raum ist.

Zum Problem wird es erst, wenn daraus eine Bedingung wird. Der Weg dahin ist kurz: Sie bleiben stehen, weil er sonst nicht frisst; er frisst nur noch, wenn Sie stehen bleiben. Lösen lässt sich das in dieser Phase noch fast beiläufig – bleiben Sie zunächst im Raum, aber ohne zuzuschauen und ohne zu kommentieren, setzen Sie sich dann weiter weg, gehen Sie später kurz hinaus und kommen wieder. Nicht als Trainingsprogramm, sondern als Gewöhnung, die nebenherläuft, solange noch nichts eingefahren ist.

Der Welpe trinkt wenig in den ersten Tagen

Wasser steht immer und überall bereit, in flachen, standfesten Näpfen, auch dort, wo der Welpe schläft. Dass in den ersten Tagen wenig getrunken wird, hat oft banale Gründe: ein Napf, den er nicht findet, ein Standort im Durchgang, ein anderes Wasser als bisher, oder schlicht Nassfutter, das einen Großteil des Bedarfs schon mitbringt.

Aufmerksam werden Sie, wenn er gar nicht trinkt, wenn er gleichzeitig Durchfall hat oder erbricht, oder wenn er müde und trocken wirkt. Ein Welpe trocknet schneller aus als ein erwachsener Hund – das ist einer der wenigen Punkte, an denen aus einer Beobachtung sofort ein Anruf in der Praxis werden sollte, statt eines weiteren Beobachtungstags.

Umgekehrt gilt: Trinkt Ihr Welpe auffällig viel, ist auch das ein Grund für einen Termin und keiner für eine Futterumstellung.

Durchfall nach dem Einzug

Weicher Kot in den ersten Tagen ist häufig. Transport, Aufregung, neue Umgebung, anderes Wasser und – wenn es zu schnell ging – ein anderes Futter treffen alle gleichzeitig auf einen Darm, der noch nicht viel Routine hat. Viele Familien hören deshalb: „Das gibt sich.“

Oft stimmt das. Trotzdem ist „häufig“ bei einem Welpen ein schlechterer Ratgeber als bei einem erwachsenen Hund, weil er über Durchfall schnell Flüssigkeit verliert. Zeitnah in die Tierarztpraxis gehört Ihr Welpe, wenn der Durchfall länger als etwa einen Tag anhält – und sofort, wenn Blut oder Schleim im Kot sind, wenn Erbrechen, Fieber, ein aufgeblähter Bauch oder Teilnahmslosigkeit dazukommen oder wenn er nicht mehr trinkt.

Unabhängig davon gehört bei jedem neu eingezogenen Welpen eine Kotprobe untersucht, am besten als Sammelprobe über drei Tage. Giardien und Würmer sind in dieser Altersgruppe alles andere als selten, ein einzelner negativer Test schließt sie nicht sicher aus, und sie verschwinden durch kein Futter der Welt. Wer bei anhaltend weichem Kot eine Sorte nach der anderen durchprobiert, behandelt unter Umständen mit viel Aufwand ein Problem, das eine Wurmkur in zwei Wochen erledigt hätte.

Ab wann darf das Futter vom Züchter umgestellt werden?

In der ersten Woche gar nicht.

Danach richtet sich der Zeitpunkt nach dem Hund und nicht nach dem Sack im Flur. Umgestellt wird, wenn Ihr Welpe angekommen ist: Er frisst zuverlässig, der Kot ist geformt, der Tagesablauf steht. Das ist meist nach ein bis zwei Wochen der Fall.

Dann wird über weitere ein bis zwei Wochen gemischt – zunehmend mehr vom neuen, weniger vom alten Futter. Wird der Kot unterwegs weicher, gehen Sie einen Schritt zurück auf die letzte Mischung, die vertragen wurde, und bleiben dort ein paar Tage, bevor Sie weitermachen. Das ist kein Rückschritt, sondern der Darm, der sein Tempo vorgibt.

Und es gilt die Regel, an der die meisten Umstellungen scheitern: immer nur eine Sache zur Zeit. Nicht gleichzeitig die Sorte wechseln, die Fütterungszeiten verschieben und ein Ergänzungsfuttermittel dazugeben. Wenn danach etwas nicht stimmt, wissen Sie sonst nicht, welche der drei Änderungen es war.

Bevor Sie anfangen, lohnt außerdem die ehrliche Zwischenfrage, ob überhaupt jetzt umgestellt werden muss. Eine Umstellung, die in dieselbe Woche fällt wie ein Impftermin, ein Umzug oder die erste längere Abwesenheit, ist eine Änderung zu viel – auch dann, wenn das neue Futter das bessere ist.

Wie lange Welpenfutter füttern?

Auch das ist keine Kalenderfrage. Der Übergang zum Futter für erwachsene Hunde richtet sich danach, wo Ihr Hund in seiner Entwicklung steht – und dieser Zeitpunkt liegt bei einem kleinen Hund deutlich früher als bei einem großen. Wann es bei Ihrem Hund so weit ist, entscheidet sich an ihm und nicht an der Altersangabe auf der Verpackung, und es ist einer der Momente, an denen die Ration ohnehin neu gerechnet gehört.

Was in der Zwischenzeit gilt, ist der Kern dieses Artikels: Die Fütterung eines Welpen ist keine einmalige Entscheidung, sondern eine Reihe von Anpassungen. Wer sie einmal trifft und dann zwölf Monate laufen lässt, füttert am Ende einen anderen Hund als den, für den der Plan gemacht wurde.

Warum hier keine Mengenangabe steht

Sie sind sehr wahrscheinlich mit genau dieser Frage hierhergekommen: Wie viel? Und Sie werden sie in diesem Artikel nicht beantwortet finden – nicht, weil wir sie nicht beantworten könnten, sondern weil sie sich für einen Hund, den wir nicht kennen, nicht seriös beantworten lässt.

Eine Rationsmenge hängt an Alter, aktuellem Gewicht, Entwicklungsstand, Aktivität, an der Energiedichte des konkreten Futters, an dem, was sonst noch über den Tag dazukommt, und an Befunden, falls es welche gibt. Eine Zahl, die diese Angaben nicht kennt, ist keine Empfehlung, sondern eine Vermutung – und beim Welpen ist eine Vermutung teurer als beim erwachsenen Hund, weil sie über Monate wirkt.

Was Sie stattdessen tun können, ist beobachten, und zwar an wenigen, verlässlichen Punkten:

  • Wiegen Sie regelmäßig und schreiben Sie es auf. Nicht täglich, aber regelmäßig, mit Datum. Diese Reihe ist später die wertvollste Information, die Sie haben – für uns wie für Ihre Tierarztpraxis.
  • Schauen und fühlen Sie. Wie fühlen sich die Rippen unter der Hand an, wie sieht die Taille von oben aus, wie die Bauchlinie von der Seite?
  • Beobachten Sie den Kot. Er ist der ehrlichste tägliche Rückmelder, den Sie haben.
  • Notieren Sie, was tatsächlich in den Hund geht – inklusive Leckerlis, Kauartikeln und dem, was beim Training nebenbei läuft. Das ist häufiger relevant, als Halterinnen und Halter vermuten.

Das ist keine Ausweichbewegung. Es ist die Vorarbeit, aus der eine Ration überhaupt erst berechnet werden kann.

Was in den ersten Wochen in die Tierarztpraxis gehört

Parallel zur Fütterung läuft die tierärztliche Seite, und die beiden gehören zusammengedacht statt gegeneinander:

  • die erste allgemeine Untersuchung nach dem Einzug, inklusive Blick ins Maul und Beurteilung des Ernährungszustands,
  • eine Kotprobe als Sammelprobe,
  • der Impf- und Entwurmungsstatus und wie es damit weitergeht,
  • ein notiertes Ausgangsgewicht, an dem sich alles Weitere messen lässt.

Diese Liste ist nichts, was Sie allein abarbeiten. Sie ist das, was Sie beim ersten Termin ansprechen, damit dort entschieden wird, was bei Ihrem Welpen davon nötig ist. Eine Ernährungsberatung ergänzt diese Arbeit – sie ersetzt sie nicht, und sie stellt keine Diagnosen.

Kommt Ihr junger Hund nicht vom Züchter, sondern aus dem Tierschutz, gelten zusätzlich noch andere Punkte – unbekannte Vorgeschichte, Herkunftsland, Nachholbedarf beim Gewicht. Das steht in Tierschutzhund richtig füttern und nicht hier, weil es ein anderer Start ist.

Xary: gerechnet, obwohl nichts fehlte

Unsere eigene Hündin Xary kam 2022 als Welpe zu uns. Sie hatte keine Diagnose, keine Beschwerden, keinen Befund – und trotzdem wurde ihre Ration von Anfang an gerechnet und im Lauf des ersten Jahres immer wieder angepasst.

Warum, obwohl doch nichts war? Weil das genau der Denkfehler ist, den die Frage nach dem „besten Welpenfutter“ enthält. Sie unterstellt, dass die Fütterung eines jungen Hundes eine Produktentscheidung ist, die man einmal richtig trifft. Tatsächlich ist sie eine Verlaufsentscheidung, die mitwachsen muss – und der beste Zeitpunkt, damit anzufangen, ist der, an dem noch nichts passiert ist.

Bei Xary kam ein rassetypisches Gelenkrisiko dazu, das der eigentliche Anlass ihrer Geschichte ist; das ist ein Thema für sich und steht in Xarys Geschichte: warum wir bei einem gesunden Hund vorbeugen. Für die ersten Tage mit Ihrem Welpen zählt daraus nur ein Satz: Eine Fütterungsentscheidung für einen jungen Hund trifft man nicht als Reaktion auf ein Problem.

Wenn Sie nicht bei jedem Entwicklungsschritt neu raten wollen

Nach den ersten Wochen ist der Welpe angekommen, die Untersuchung ist gelaufen, der Kot ist geklärt, das Gewicht hat eine Richtung – und dann steht die eigentliche Frage an: Was kommt dauerhaft in den Napf, in welcher Menge, wie über den Tag verteilt, und was bleibt bewusst weg?

Und gleich danach die zweite, die viele unterschätzen: Wer passt das an, wenn sich in sechs Wochen alles verschoben hat?

Genau dafür gibt es unsere Ernährungsberatung, die einen Welpen über sein erstes Jahr begleitet – per Video oder Telefon, deutschlandweit, ergänzend zur tierärztlichen Behandlung. Zu Beginn engmaschig, danach an den Entwicklungsschritten Ihres Hundes orientiert, mit einer Ration, die bei jedem dieser Schritte neu gerechnet und nicht fortgeschrieben wird. Unabhängig heißt dabei ganz konkret: Wir verkaufen kein Futter und bekommen von keinem Hersteller Provision. Empfohlen wird, was zu Ihrem Hund passt.

Was Sie aus den ersten Tagen mitnehmen

Erstens: Die ersten Tage sind keine Zeit für Optimierung. Bekanntes Futter, der Rhythmus von vorher, feste Zeiten, ein ruhiger Platz und nichts nebenher – das ist die ganze Strategie, und sie ist absichtlich langweilig.

Zweitens: Beim Welpen sind die Grenzen enger als beim erwachsenen Hund. Nicht fressen, nicht trinken, Durchfall – all das darf bei einem jungen Hund kürzer beobachtet werden, bevor jemand mit Fachkenntnis draufschaut.

Drittens: Die Fütterung eines Welpen ist kein Plan, sondern ein Verlauf. Wer das von Anfang an so behandelt, muss später nichts reparieren – er passt nur an, was ohnehin zur Anpassung vorgesehen war.

Wichtiger Hinweis

Die Ernährungsberatung ersetzt keinen Tierarztbesuch. Wir stellen keine Diagnosen und behandeln keine Krankheiten. Unsere Arbeit ergänzt die tierärztliche Betreuung, sie tritt nicht an ihre Stelle. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte zuerst an Ihre Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Welches Futter braucht mein Welpe in den ersten Tagen?

Genau das, was er schon bekommen hat. Lassen Sie sich vor der Abholung sagen, was gefüttert wurde – Sorte, Form, wie oft, wie viel – und besorgen Sie es vorher, auch wenn Sie langfristig etwas anderes füttern wollen. Für den Welpen ist der Einzug ohnehin der größte Umbruch seines bisherigen Lebens: Wurfgeschwister, Mutter, Gerüche, Geräusche, Boden unter den Pfoten, alles neu an einem Tag. Der Napf ist eines der wenigen Dinge, die gleich bleiben können, und ein Verdauungstrakt, der gerade erst anfängt zu funktionieren, dankt es. Die eigentliche Futterentscheidung fällt ohnehin später und besser: wenn Sie wissen, wie er verdaut, wie er zunimmt, wie er sich entwickelt und was die erste Untersuchung ergeben hat. Ein Futter, das Sie am Ankunftstag aussuchen, suchen Sie für einen Hund aus, den Sie noch nicht kennen – und für einen Körper, der in vier Wochen ein anderer ist.

Wie oft muss ich meinen Welpen am Tag füttern?

Deutlich öfter als einen erwachsenen Hund, und in kleinen Portionen. Ein Welpe im typischen Abgabealter bekommt seine Tagesration üblicherweise auf vier Mahlzeiten verteilt, später auf drei, und im Lauf des ersten Jahres wird daraus die Zwei-Mahlzeiten-Routine des erwachsenen Hundes. Der Grund ist schlicht Größe: Ein kleiner Magen kann wenig auf einmal aufnehmen, und ein junger Körper hat kaum Reserven, wenn zu lange nichts kommt. Wichtiger als die genaue Zahl ist die Regelmäßigkeit – feste Zeiten, fester Platz, dieselbe Reihenfolge aus Fressen, Ruhe und Lösen. Und der Übergang von vier auf drei Mahlzeiten ist kein Datum im Kalender: Er kommt, wenn Ihr Welpe anfängt, eine Mahlzeit regelmäßig stehen zu lassen. Übernehmen Sie zu Beginn den Rhythmus, den er schon kannte, und ändern Sie ihn erst, wenn er angekommen ist.

Mein Welpe frisst nicht – ab wann muss ich mir Sorgen machen?

Früher, als Sie es von einem erwachsenen Hund kennen, und das ist der wichtigste Unterschied dieses ganzen Artikels. Für einen gesunden erwachsenen Hund gilt als grobe Linie ein Zeitraum von etwa 24 bis 48 Stunden ohne Futter; für einen Welpen gilt das ausdrücklich nicht. Er hat kaum Reserven und kann innerhalb weniger Stunden unterzuckern – je jünger und je kleiner, desto schneller. Praktisch heißt das: Eine einzelne Mahlzeit, die im Trubel der ersten Stunden liegen bleibt, ist noch kein Notfall. Lässt er aber mehrere Mahlzeiten hintereinander stehen, trinkt er nicht, wirkt er teilnahmslos, wackelig oder kühl, oder kommen Erbrechen und Durchfall dazu, dann gehört er noch am selben Tag in die Tierarztpraxis und nicht in eine weitere Nacht des Abwartens. Bei sehr kleinen und sehr jungen Welpen gilt das noch einmal enger.

Ab wann darf ich das Futter vom Züchter umstellen?

Nicht in der ersten Woche. Warten Sie, bis Ihr Welpe wirklich angekommen ist – er frisst zuverlässig, der Kot ist geformt, der Tagesablauf steht –, und das dauert meist ein bis zwei Wochen. Danach wird schrittweise gemischt, über weitere ein bis zwei Wochen, mit zunehmend mehr vom neuen und weniger vom alten Futter. Es gilt dabei dieselbe Regel wie bei jedem anderen Hund: immer nur eine Sache zur Zeit ändern, nicht gleichzeitig Sorte, Form und Fütterungszeiten. Wird der Kot unterwegs weicher, gehen Sie einen Schritt zurück auf die letzte Mischung, die vertragen wurde, und bleiben dort ein paar Tage. Und stellen Sie sich vorher die ehrliche Frage, ob jetzt überhaupt umgestellt werden muss. Ein Wechsel, der zur gleichen Zeit wie Impftermin, Umzug oder die erste längere Abwesenheit stattfindet, ist ein Wechsel zu viel.

Mein Welpe hat seit dem Einzug Durchfall – ist das normal?

Häufig ist es: Transport, neue Umgebung, anderes Wasser, Aufregung und manchmal doch ein zu schneller Futterwechsel treffen auf einen Darm, der noch in der Einrichtung ist. Häufig heißt aber nicht harmlos, und bei einem Welpen ist der Spielraum kleiner als bei einem erwachsenen Hund, weil er über Durchfall sehr schnell Flüssigkeit verliert. In die Tierarztpraxis gehört Ihr Welpe zeitnah, wenn der Durchfall länger als etwa einen Tag anhält, und sofort, wenn Blut oder Schleim dabei sind, wenn Erbrechen, Fieber, ein aufgeblähter Bauch oder Teilnahmslosigkeit dazukommen oder wenn er nicht mehr trinkt. Unabhängig davon gehört bei jedem neu eingezogenen Welpen eine Kotprobe untersucht, am besten als Sammelprobe über drei Tage: Giardien und Würmer sind in dieser Altersgruppe alles andere als selten, und sie verschwinden durch kein Futter der Welt.